
Offener Brief an die „Fonderie Lorraine SAS“ ,
„ZF Friedrichshafen AG“ und „Voit Automotive GmbH“
Sehr geehrte Damen und Herren,
seit vielen Jahren nehmen wir Bürger der Gemeinde Kleinblittersdorf die Emissionen Ihrer
Tochterfirma „Fonderie Lorraine“ in Grosbliederstroff mit zunehmender Besorgnis wahr. Die Lärmund
Rauchemissionen Ihrer Produktionsprozesse sind für viele Bürger eine große Belastung
geworden. Bei häufigen Westwinden sind die Gemeinde Kleinblittersdorf und deren Bürger in
besonderem Maße von den Emissionen betroffen.
Es geht uns um eine Verbesserung der Situation für die betroffenen Bürger in der Gemeinde.
Keinesfalls wollen wir uns gegen die heimische Industrie positionieren und Arbeitsplätze gefährden.
Gleichwohl erwarten wir eine Produktion nach hohen Umweltstandards und eine maximale
Reduzierung von Rauch- und Lärmemissionen in Ihrem Werk.
Wir bitten Sie deshalb um die Aufklärung der Bürger bei folgenden Fragen:
Welche Stoffe sind in den häufig gelb und blau gefärbten Dämpfen, die aus dem
Schornstein und insbesondere aus den Dachluken treten, enthalten? Dabei interessieren
wir uns vor allem für die im Wasserdampf enthaltenen Stoffe, die ungefiltert über die
Dachluken entweichen. Gerne stellen wir Ihnen Filme und Bilder zur Verfügung, die Ihnen bei der Klärung dieser für uns wichtigen Frage helfen können.
Wieso geht mit der Filteranlage des Schornsteins oder der Belüftungsanlage der Firma seit
ca. 2 Jahren ein niederfrequentes, monotones Brummen einher?
Das Brummen dringt beiden betroffenen Häusern in großen Teilen Kleinblittersdorfs durch die Wände und Fenster und ist dadurch eine ständige und unausweichliche Belastung für die Bewohner geworden. Da bereits einige Bürger wegen des andauernden Lärms ihre Schlafräume verlegt haben, möchten wir Sie bitten dringend eine schon mehrfach erbetene Schallisolierung vorzunehmen.
Würden Sie uns bitte Einblick in die Betriebsgenehmigung sowie die Betriebsanweisungen
auf die sich die Geschäftsführung der Fonderie Lorraine bezieht, gewähren. Leider konnten
wir diese Informationen bei keiner öffentlichen, deutschen Behörde erhalten.
Warum arbeiten Sie in diesem Werk ohne kontrollierte Raumlüftung?
Die entstehenden Dämpfe im Schmelz- und Gießprozess können zu einem Großteil durch die
einzige Lüftung – die Dachluken – ungefiltert in die Umgebungsluft entweichen. Dies ist nicht
zeitgemäß. Es ist weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll und in diesem Sinne auch den
betroffenen Bürgern nicht zumutbar.
· Die Fonderie Lorraine hat im Januar/Februar 2018 von der DEKRA ein Lärmgutachten
erstellen lassen. Dieses Gutachten wurde im Gemeinderat Kleinblittersdorf vorgestellt und
enthielt Belastungen, die sich unmittelbar auf die Gemeinde auswirken. Trotz Zusage wurde
dieses Gutachten bis heute nicht an die betroffenen Bürger und die Gemeinde übergeben.
Bitte legen Sie das Gutachten offen und übermitteln Sie uns die Ergebnisse.
Warum suchen Sie keinerlei offenen Umgang mit den seit langem aufkommenden
Beschwerden? Seit mehreren Jahren haben sich Anwohner direkt mit der Geschäftsführung
der Fonderie Lorraine in Verbindung gesetzt. Es gab kaum Veränderungen, obwohl von
Seiten der Geschäftsführung mehrfach eingeräumt wurde, dass die Störungen von der
Fonderie herrührten. Die Bürger der Gemeinde Kleinblittersdorf sind sehr an einem
konstruktiven Austausch mit Ihnen interessiert, um zu einer Verbesserung der aktuellen
Situation zu kommen. Eine transparente und offene Kommunikation würde dazu beitragen
die Ängste der Bürger zu reduzieren und ein größeres Verständnis für die
Produktionsprozesse in der Fonderie Lorraine zu entwickeln.
Wir bitten Sie im Namen der Bürger der Gemeinde Kleinblittersdorf und insbesondere aller 400
Bürger, die die beigefügte Petition unterzeichnet haben, um Aufklärung und Verbesserung dieser
unzumutbaren Situation in der Gemeinde Kleinblittersdorf.
Für ein gemeinsames Gespräch stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Interessengemeinschaft Kleinblittersdorf
Text: Interessengemeinschaft Kleinblittersdorf. Foto: Heiko Lehmann